zum Kampfflugzeugabsturz vom 1.4.11: Aufklären statt abwiegeln

Anzeiger / Medium: 
PM
Datum der Veröffentlichung: 
7. April 2011
Ort: 
Trier
Autor: 
AGF
Pressemitteilung Trier den 7. April 2011

Aufklären statt abwiegeln - Die US-Militärselbstkontrolle ist unglaubwürdig

 

  • AGF fordert unabhängige Messungen und Untersuchung des Flugzeug­absturzes in Laufeld.

  • Zweifel an ausreichendem Schutz und Fragen zu möglichen Vergiftungen bleiben.

Am 1. April 2011 zerschellte ein Kampfflugzeug vom Typ A 10 der US-Streitkräfte in der Eifel 300m neben dem Dorf Laufeld. Schaulustige, Feuerwehr, Polizei, Anwohner und Militärangehörige waren ohne entsprechende Schutzmaßnahmen vor Ort. Erst hieß es, auch scharfe Munition -- even­tuell radioaktive DU-Munition* sei an Bord gewesen, inzwischen ist es nur noch Übungsmunition.
Der AG Frieden stellen sich folgende Fragen:
* Die Aussagen, dass es keine DU-Munition an Bord gab, stammen vom US-Militär. Warum gibt es keine unabhängige Untersuchung von deutscher Seite, warum wird ein militärisches Sperr­gebiet akzeptiert ohne unabhängig Messungen durchzuführen? Immerhin handelt es sich um deutsches Territorium.
* Es ist davon auszugehen, dass das Flugzeug mit dem giftigen NATO-Treibstoff JP-8 und Hydrazin flog. Welche Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt wurden ergriffen?
* Warum trugen die an der Absturzstelle Arbeitenden wie Feuerwehrleute, Polizei und Militärs keine Schutzkleidung? Die Bilder zeigen eine weiträumige Verteilung von Rauch und Flugzeugteilen samt Ladung - warum wird nicht entsprechend weit abgesperrt?
"Wir sind empört, wie die Gefahr durch den hochgiftigen Treibstoff, der beim Absturz in die Umwelt gelangt ist, nicht erwähnt und untersucht wird. Der freigewordene Treibstoff wird über kurz oder lang die eh schon hohe Belastung der Bevölkerung mit krebs­erre­gen­den Emis­sionen weiter erhöhen.
Die Aussagen der Airbase-Pressesprecherin (TV vom 5.4.) belegen, dass diese Kampfflugzeuge normalerweise uranhaltige, radioaktive Munition (DU) an Bord haben, das heißt die sechs Jets vom Typ A 10 die in Libyen
eingesetzt sind, dürfen dort gerade radioaktive, giftige Schad­stoffe verteilen - ganz zu schweigen was die Waffen im eigentlichen Sinne anrichten: Sie bringen andern­orts gewollt Tod und Zerstörung über die Zivil­bevölkerung - zynisch als Kollateral­schaden verharm­lost." kritisiert Markus Pflüger von der AGF den Zweck von Kampffliegern und
Kriegsflughäfen wie Spang­dahlem.
"Wir sind empört, dass von deutschem Boden Kampfflieger nach Libyen starten dürfen und Leid und Tod auch über die zivile Bevölkerung bringen. Der Kriegsflughafen in der Eifel macht deutlich, wie viel Zerstörungsenergie hier von Landes- und Bundesregierung mit Millionen Euro unterstützt wird. Gefahr für Mensch und Umwelt wird heruntergespielt und die politische Bedeutung und Funk­tion von Kampf­flug­zeugen und Kriegsflughäfen weiterhin verschwiegen." so die AG Frieden
Nächste Woche wird das Thema nach Anfragen von Grünen und Linken im Bundestag behandelt.
Ansprechpartner für Rückfragen: Markus Pflüger T. 0651-9941017 www.agf-trier.de
*DU-Munition ist panzerbrechende Munition deren Projektile abgereichertes Uran enthalten. Sie gilt als ge­sundheits­schädlich. Gebiete im Irak, Kosovo und Bosnien sind damit verseucht. Neben dem militärisch er­wünschten zerstörenden Effekt entfaltet Uran sowohl wegen seiner Radioaktivität als auch wegen seiner che­mischen Giftigkeit eine schädliche Wirkung auf den men­schlichen Organismus, v.a. auf die Nieren. Soldaten sollten deswegen einen Atemschutz anlegen, wenn sie sich in Ge­bieten aufhalten, in denen vor kurzem pan­zerbrechende Munition eingesetzt worden ist. Zur Erinnerung: Am 8. Dezember 1988 (zertrümmerte) verur­sachte eine havarierte A-10-Maschine in einem Wohngebiet in Remscheid 7 Tote und 50 Verletzte. In den Fol­gejahren traten in der Nähe der Absturzstelle ungewöhnlich viele Krebs­erkrankungen auf, die entweder auf be­schädigte Uranmunition oder
durch den im Boden versickerten militärischen Spezialtreibstoff JP-8 verursacht wurden.