Wir weigern uns, Feinde zu sein

Ort: 
FUZ, Pfützenstr. 1
Datum & Uhrzeit: 
27. Oktober 2011 - 20:00

3. Wir weigern uns, Feinde zu sein“

als Menschenrechtsbeobachterin am Rande der Mauer

Iris Bildhauer berichtet von ihren Erfahrun­gen bei der Begleitung der Palästinenser­Innen, über das Le­ben am Rande der Mauer und die Zusammenarbeit mit israeli­schen Friedensorganisationen. Sie war an Checkpoints, Landwirtschaftstoren, in Flüchtlingslagern und hat den Menschen vor Ort beglei­tet und mit israelischen Sol­daten, israelischen Siedlern und Friedens­aktivisten gesprochen. Iris Bildhauer hat von August bis November 2008 einen 3-monatigen Friedensdienst in Tulkarem im Norden des besetzten Westjordanlands/ Palästina absolviert. Über Pax Christi Deutschland war sie im Rahmen des EAPPI-Programms als Menschenrechtsbeobachterin und Begleiterin ak­tiv. EAPPI („Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel“) ist eine Initiative des Ökumeni­schen Rates der Kirchen, ein interna­tionales Programm, dem mittlerweile 20 Länder ange­schlossen sind. Zweck des Programms ist es Pa­lästinenser und Israelis bei ihren gewaltfreien Aktio­nen und ihrem gemeinsa­men Eintreten für eine Been­digung der rechtswidrigen israelischen Besat­zung der Palästinensergebiete zu begleiten, um eine ge­rechte und dauerhafte Konfliktlösung zu er­reichen. Die Menschenrechtsbeobachter wol­len nicht partei­isch sein, und das, was sie erzählen, soll nicht das Leid und die Ängste der israelischen Zivil­bevölkerung durch den Terror militanter Palästi­nenser relativieren. Sie besuchten den israelischen Ort Sderot, der von Gaza aus immer wieder beschossen wurde. Auch dort haben sie Menschen angetroffen, deren größ­ter Wunsch ein einziger Satz beschreibt:„Wir wollen einfach nur in Frieden leben.“¹ Und sie haben auf der an­deren Seite friedlie­bende Palästinenser ken­nen gelernt, von deren Duldsamkeit und Gastfreundschaft sie be­eindruckt wa­ren. So auch Daoud Nassar, der am umzäunten Grundstück einen großen Stein gelegt hat, dar­auf steht in drei Spra­chen: ,Wir weigern uns Feinde zu sein‘. Die Menschenrechtsbeobachter setzen sich für die Einhaltung der Menschenrechtsgrundsätze und der Prinzipien des humanitären Völkerrechts ein. Durch gezielte Öffent­lich­keits- und Lobbyarbeit machen sie im Anschluss an ihren Dienst in ihren jeweiligen Heimat­ländern auf die Situation vor Ort aufmerksam

Die Referentin ist Mitglied der Nahostkommission von Pax Christi und ehren­amtlich bei Pax Christi für das EAPPI-Programm verantwortlich. Sie arbeitete schon vor Jahr­zehnten im Kibbuz und pflegt bis heute intensi­ve Kontakte zu ihren israelischen Freunden. Sie arbeitet beim internationalen christlichen Friedens­dienst EI­RENE in Neuwied. Sie berichtet von der aktuellen Situation und ihren persönlichen Eindrücken als Men­schenrechtsbeobachterin.

Vortrag mit anschließender Diskussion

Referentin: Iris Bildhauer Menschenrechtsbeobachterin (EAPPI), Pax Christi, Koblenz

  • Do 27.10.2011 um 20h

  • im Friedens- & Umweltzentrum/ Weltladen der AGF, Pfützenstr. 1 Trier

Veranstaltungsreihe der AG Frieden Trier in Kooperation mit der Heinrich Böll-Stif­tung RLP

mit Unterstützung von Pax Christi im Bistum Trier, DFG-VK Trier und SoFiA Trier.

Hinweis: der 1. Beitrag der Veranstaltungsreihe, der Dokumentarfilm "BUDRUS" über gewaltfreien Widerstand in Palästina wird am 26.11. im Rahmen des Filmfestivals ÜberMut wiederholt,

26.11., 19.30h, Broadway-Filmtehater, Paulinstraße Trier