Seit 1993 gibt es in der Sichelstraße am Gebäude der katholischen Hochschulgemeinde eine Gedenktafel. Diese befindet sich auf dem dortigen Parkplatz, was unserer Meinung nach kein angemessener Rahmen für eine solche Gedenktafel darstellt. Die auf der Tafel angegebene Opferzahl von "mehr als 400" ist nach den neuesten Forschungen des Stadtarchivs veraltet. Nun müsste es "mehr als 600" heißen. Ferner ist bei der Herstellung des Rahmens der Gedenktafel nicht auf hochwertiges Material geachtet worden, so dass dieser Rahmen ständig hässliche Rostspuren aufweist. Insgesamt stellt diese Form des Erinnerns an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Trier unserer Meinung nach eine sehr schlichte und nicht besonders würdige Form des Gedenkens dar.
Der Ortsberat Mitte hat wahrscheinlich aus den gleichen Gründen den Plan gefasst, eine würdige Form des Gedenkens in naher Zukunft zu verwirklichen. Dazu wurde bereits ein Geldbetrag im Etat reserviert und erste Gespräche mit der jüdischen Gemeinde und der Baudezernentin geführt.
Angesichts dieser Situation wollen wir eine Ideensammlung anregen:
Wir haben einige Beispiele aus anderen Städten oder Gedenkstätten gesammelt. Wir würden uns freuen, wenn die Trierer Bürger und Bürgerinnen uns auf weitere gute Beispiele hinweisen oder selber einen Vorschlag für eine Gedenktafel oder Mahnmal machen. Wie sollte diese Gedenktafel/dieses Mahnmal aussehen und welche Gestaltung der Umgebung wäre angemessen?
Teilen sie uns Ihre Anregungen und Vorschläge mit: buero@agf-trier.de
Berlin Holocaust Mahnmal und KZ Gedenkstätte Stutthof/Szutowa in Polen
Gedenkstelen in Ingolstadt (weitere Bilder):
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Glaskubus in Mannheim
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Mahnmal in Koblenz
Die Homepage des Fördervereins Mahnmal Koblenz ist selbst ein virtuelles Mahnmal mit vielen Informationen weit über Koblenz hinaus. ->Link
Wollheim-Memorial (Frankfurt am Main)
http://de.wikipedia.org/wiki/Wollheim-Memorial
Nachklang-Widerhall (Leonding/AU)
http://de.wikipedia.org/wiki/Nachklang-Widerhall
Schuhe am Donauufer (Budapest)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schuhe_am_Donauufer
Mahnmal Göttingen
http://www.kaee.uni-goettingen.de/studium/denkmal/synagoge.htm
Virtuelles Audio-Kunst-Denkmal München
Gedenktafeln in der Region Trier
Ein interessantes Beispiel, wie neue Gedenkformen entwickelt werden können, hat das Kulturreferat der Stadt München mit dem
gezeigt. In dieser Größenordnung ist ein Wettbewerb in Trier sicherlich nicht zu verwirklichen, aber er kann gute Anregungen liefern. Auf der Homepage des Münchner Kulturreferates wird der Wettbewerb folgendermaßen vorgestellt:
"Die Landeshauptstadt München stellte mit einem Kunstwettbewerb die Frage nach „Neuen Formen des Erinnerns und Gedenkens“ in Bezug auf die Opfer des Nationalsozialismus. . . . . Erwünscht war ein Kunstwerk, das keinen rückwärtsgewandten Denkmalcharakter hat. Es sollte vielmehr über bereits Bestehendes hinaus „neue Formen“ der Wahrnehmung und innerer Auseinandersetzung ermöglichen. Vor allem die jüngere Generation sollte angesprochen werden. (Für weitere Informationen über den Wettbewerb und Dokumentation der entsprechenden Tagungen und des Schülerwettbewerbs klicken Sie bitte auf den entsprechenden Link.)
Michaela Melián hatte mit ihrem Kunstprojekt Memory Loops Jury und Stadtrat überzeugt. Ihr „virtuelles Denkmal“ ist seit dem 23. September 2010 online erreichbar. Memory Loops ist als Audiokunstwerk konzipiert, das auf historischen Originaltönen von NS-Opfern und Zeitzeugen basiert: Zeugnisse von Diskriminierung, Verfolgung, Ausgrenzung, denen Menschen während des NS-Regimes in München ausgesetzt waren. Die Auswahl der Originaltöne umfasst sowohl die von bekannten Persönlichkeiten als auch die von bislang kaum gehörten Zeitzeugen.