Der Faire Handel steht für mehr Gerechtigkeit im Handel mit den Produzentinnen aus den Ländern der "3. Welt", kritisiert, den erdrückenden und ungerechten Charakter des internationalen Handels und erkennt die daraus resultierenden Folgen, wie Marginalisierung, Migration, Rassismus und die Unterdrückung von Frauen.
Der Internationale Handel ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Rohstoffpreise nicht von den Erzeugern, sondern an den Börsen bestimmt werden, die Machtkonzentration bei einigen transnationalen Konzernen liegt, rigide Handelshemmnisse in. Form von hohen Zöllen den Produzentinnen des Südens einen Export ihrer weiterverarbeiteten Produkte erschwert und der Zwischenhandel auch innerhaib der Länder den mangelnden direkten Marktzugang der ProduzenInnen ausnutzt.
Der Faire Handel spart durch direkten Kontakt und unmittelbare Handelsbeziehungen über alternative Handelsorganisationen z.B, gepa und el puente) zum einen den Zwischenhandel aus, und ermöglicht zum anderen, dass den ProduzentInnen die Preise gezahlt werden die fair sind.
Weiterhin werden im Fairen Handel nur dort Produkte bezogen, wo auch die sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen (ILO Standarts) der Produktion und des Vertriebes fair sind; dies bedeutet u.a.: keine ausbeuterische Kinderarbeit, keine gentechnisch verändertet Lebensmittel, kein Pestizideinsatz beispielsweise in den Bananenpflanzungen, die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen und Verzicht auf chemische Zusatzstoffe.
Die durch den Fairen Handel erzielten Mehreinnahmen (Projektzuschlag, Fairhandelsprämie) fließen in soziale und politische Projekte in den Erzeugerländern, wie zB. der Aufbau von Kreditfonds für Frauen oder Landbesetzungen von brachliegendem Großgrundbesitz. Die ProduzentInnen der fair gehandelten Produkte sind meist Kleinbauern, die sich zu Kooperativen zusammenschließen, über die der Handel erfolgt.
Die genossenschaftlich organisierten Kooperativen ermöglichen den Kleinbauern, über den fairen Handel hinaus, ihre Lebenssituation durch gemeinschaftlich betriebene Einrichtungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Kultur zu verbessern und sich damit nicht nur unabhängiger vom internationalen Handel und seinen Preisen, sondern auch von den politischen Machtstrukturen vor Ort zu machen.