Tabus sturmreif schießen - Die neue deutsche Verantwortung?

Ort: 
VHS Domfreihof Trier
Datum & Uhrzeit: 
19. März 2015 - 20:00

2-teilige Vortragsreihe "Frieden schaffen – mit Gewalt ?"

A. Tabus sturmreif schießen - Die neue deutsche Verantwortung?

Wir benötigen offene Fragen und politische Aktionen angesichts der Kriege!

Referent: Stephan Hebel (Journa­list und Autor u.a. Frankfurter Rundschau, Publik Forum, Deutschlandradio, Autor des Buches "Deutschland im Tiefschlaf - wie wir unsere Zukunft verspielen".) 
  • Do 19. März - 20:00 Uhr
  • VHS Domfreihof Trier

Offenen Fragen und politische Aktionen angesichts der Kriege fordert der Journalist Hebel:

75 Jahren nach dem 2. Weltkrieg und 100 Jahre nach dem 1. Welt­krieg macht sich Deutschland auf, in eine öko­nomisch getriebene Interessens­politik. Stephan Hebel fragt wer sich dieser „Normalisierung“ widersetzt und die richtigen Fragen stellt: Zum Beispiel an die Abgeordneten im Bundestag: Wisst ihr, was ihr tut?

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen antwortete im ZEIT-Interview zum Thema Ukraine- und Irakkrieg, auf die Frage ob Deutschland an Fußballweltmeisterschaften in Russland und Katar teilnehmen solle: „Wo auch immer gespielt wird: Deutschland schickt schießendes Personal.“ Ein zynischer Witz oder eine treffende Beschreibung wie sich Deutschland in eine weltweit militärisch agierende Macht verwandelt? fragt Hebel. Warum löst das keinen Aufschrei in Deutschland aus? „Wichtiger als die Frage, ob und welche Waffen wir liefern, ist die Bereitschaft Tabus beiseite zu legen.“ sagte die deutsche Verteidigungsministerin im Interview und spricht noch klarer aus was schon Bundespräsident Gauck und Außenminister Steinmeier mit „mehr Verantwortung“ fordern.

Liegt das Fehlen eines breiten Protestes am moralischen Dilemma pazifistischer Politik angesichts des „Islamischen Staats“? Wie sehen friedenspolitische Ideen heute aus? Hebel attestiert zu wenig Mut im Umgang mit der Unübersichtlichkeit der großen Konflikte, ihm fehlen gesellschaftliche Kräfte, die sich dieser Unüber­sichtlichkeit stellen – ohne fertige Antworten, aber deutlich hörbar. Er fragt wie eine Politik aussieht, die aus der berechtigten Kritik an der jahrelangen konflikt­verschärfenden Zusammenarbeit westlicher Staaten mit Diktaturen die richtigen Konsequenzen zöge, die nicht nur ein Verbot von Rüstungsexporten fordert. Statt den politischen Marschbefehlen der politischen Klasse zu folgen, fordert er die Tugend des kritischen Fragens entgegenzustellen, Protest und eine öffentliche Auseinandersetzung um die existentiellen Fragen um Krieg und Frieden – statt das überwiegende Schweigen angesichts der propagierten Kriegslogik.

Ein Impuls an Friedensbewegte und Politik mit anschließender Diskussion.

Außerdem:

B. Der Krieg und meine Ohnmacht

Information und konkretes Aktiv-werden als Kontroll­gewinn angesichts der Verzweiflung

Referentin: Constanze Beierlein (Psychologin Frankfurt/Main)

  • Mi 15. April - 20:00 Uhr

  • VHS Domfreihof Trier

 

Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft Frieden und Volkshochschule Trier in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung RLP