Rundgang: Frauen als Nazi-Opfer

Ort: 
FUZ PFützenstr.1 54290 Trier
Datum & Uhrzeit: 
9. November 2015 - 15:30

'Rundgang gegen das Vergessen'

zur Pogromnacht am 9.11.


Frauen als Nazi-Opfer“

Zum Gedenken an die Pogromnacht vor 77 Jahren veranstaltet die Arbeitsgemein­schaft Frieden am 9. November mit Unterstützung des Vereins „Buntes Trier" einen „Rundgang gegen das Vergessen“.
Der etwa einstündige Rundgang führt zu einigen Stolpersteinen in Trier, die an Frauen erinnern, die aus unterschiedlichen Gründen von den Nazis verfolgt wurden: als Sinti, sog. ”Asoziale“, Sozialdemokratinnen und Jüdinnen.
„Am Jahrestag der Pogromnacht wollen wir mit diesem Rundgang daran erinnern, wie leicht aus Vorurteilen und Ressentiments menschenverachtende Verfolgung bis hin zum Massenmord werden kann. Damit wollen wir in Trier heute auch rechtsradikalen Bestrebungen, Antisemitismus und Islamophobie etwas entgegensetzen.“ erläutert Ulrich Dann, der diesen Rund­gang der AG Frieden durchführt.
Diesen und ähnliche Rundgänge können auch für Erwachsenen-Gruppen und Schulklassen auf Anfrage durchgeführt werden. Infos unter: www.stattFuehrer.de
Treffpunkt für die kostenlosen Führung ist am Montag 9.11. um 15.30 Uhr am Friedens- & Umweltzentrum (FUZ), Pfützenstraße 1.
Der Stadtrundgang ist Teil der bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung und endet unweit der Synagoge, sodass alle Teilnehmer noch pünktlich die Feierstunde der Stadt und der jüdischen Gemeinde um 17 Uhr in der Synagoge erreichen können.

 

Hintergrund:

Die Pogromnacht war in eine in ganz Deutschland für alle sichtbarer „Blüte“ nationalsozialisti­scher Verfolgungspolitik. In Trier fand die „Synagogenbrandnacht“ in den frühen Morgenstun­den des 10.11.1938 statt. Das Innere der Synagoge in der Zuckerbergstraße wurde geplündert und zerstört. Nazis zertrümmern die Scheiben jüdischer Geschäfte, drangen in Verkaufsräume z.B. in Neu- und Brotstraße ein, schlugen alles kurz und klein, plünderten Wohnungen und Privat­häuser und zerstörten in sinnloser Wut alles, was ihnen in den Weg kam, so Berichte aus Trier.
In Deutschland brannten in der Pogromnacht über 2000 Synagogen, insgesamt wurden über 2500 Juden ermordet. Die Pogromnacht gilt als Auftakt der Verschleppung und Ermordung jüdischer Bürger und letztendlich der industriemäßigen Vernichtung europäischer Juden durch den deutschen Faschismus.