Partnerschaft mit China?

Ort: 
FUZ, Pfützenstr. 1
Datum & Uhrzeit: 
18. Februar 2011 - 20:00
 

Partnerschaft mit China?

Wo bleiben Sozialstandards und Menschenrechte?

Kritische Beiträge zur Situation der ArbeiterInnen in China, zur Partnerschaft Rheinland-Pfalz-Fujian und zur Städte­partnerschaft Trier-Xiamen

1. China zwischen Krise und Revolte - Land der Widersprüche und des Widerstands

Referent: Vertreter von gongchao.org / Assoziation A (Hrsg. von „Auf­bruch der 2. Generation. Wander­arbeit, Gender und Klassen­zusammen­setzung in China“

Fr 18. Februar 2011 um 20h im FUZ Friedens- & Umweltzentrum, Pfützenstr.1

 

2. Partnerschaft ohne Sozialstan­dards? Fragen zu Menschenrechten und Sozialstandards in China, sowie unsere Ver­ant­wortung als Asylland und Importziel im Rahmen von (Städte)-Partner­schaften

Referentin: Sabine Ferenschild (Südwind Institut /Ökum. Netz Rhein-Mosel-Saar, aktiv im Ak RLP-Fujian)

Mi 23. Februar 2011 um 19h im FUZ, Pfützenstr.1, Trier

Veranstalter: AG Frieden in Kooperation mit Heinrich-Böll-Stif­tung RLP unterstützt von terre des femmes Trier, Katholischen Arbeitnehmer Bewegung Bezirk Trier-Eifel und Multikulturelles Zentrum Trier

 

Der ausführliche Veranstaltungstext zum 1. Vortrag:

1. China zwischen Krise und Revolte - Land der Widersprüche und des Widerstands

Vortrag zur aktuellen Situation in China mit einem kriti­schen Blick auch auf die Widersprüche. Was sind die Hin­tergründe zu Chinas rasanter Entwicklung vom "maoisti­schen Armenhaus" zum "Fließ­band der Welt" mit Men­schenrechtsverletzungen und Aufstandsbekämpfungen. Wie ist die Situation der Wanderarbeiterinnen, die vor al­lem in Sonderwirtschaftszonen wie Fujian (inklusive Xia­men) unter sehr prekären Bedingungen für den Export schuften?

"Es wäre eine Ironie der Geschichte, wenn die Kommunis­tische Partei Chinas in eine Krise stürzte, nicht durch den Zusammenbruch des Kommunismus 1989, son­dern durch die krampfhaften Zuckungen des Kapitalis­mus des Jahres 2009." (Financial Times, 16.12.2008)

"Die chinesische Führung ist zunehmend besorgt über die Abkühlung der eigenen Wirt­schaft und die stei­gende Ge­fahr von Protesten arbeitsloser Arbeiter­Innen. Die Politiker "sind schon in einem Zustand der Panik", sagte Qu Hong­bin, Chef­volkswirt der HBSC. (International Herald Tribune, 23.1.09)

China ist mit über 1,3 Milliarden Menschen das größte Land der Welt und ist in den letzten Jahren zur drittgröß­ten Wirtschaftsmacht aufgestiegen. Durch die Öffnung und In­dustrialisierung in den letzten Jahrzehnten entwi­ckelte sich China zum Billig-Fließband der Welt und tritt heute weltweit als Investor und Geldgeber auf. Der im­mense

Industriali­sierungsprozess hat in den letzten zwan­zig Jahren Millio­nen WanderarbeiterInnen vom Land in die Städte und Son­derwirtschaftszonen wie Xiamen gezogen, wo sie in den Fabriken, auf dem Bau, als Hausangestellte usw. oft unter katastrophalen Bedingungen

arbeiten. Ihre Ausbeutung und ihr Kämpfe haben seit 2003 deutlich an Dynamik ge­wonnen und setzen das Regime unter Druck. Durch die weltweite Krise werden die sozialen Beziehungen in China erneut um­gewälzt. Die Kommunistische Partei versucht mit den Aus­wirkungen der Krise fertig zu

werden, Aufstände werden nie­dergeschlagen, Proteste unterdrückt. Wenn das chinesische Regime bzw. die Kapital­herrschaft in China ge­schwächt wer­den, sind große Auswirkungen auf die übrige Welt zu erwar­ten. Bei Bekleidung, Spielzeug, Unterhal­tungselektronik und Computertechnik: "Made in China" do­miniert die westlichen Märkte. Die Prozesse in China zu kennen ist wichtig, um die welt­weiten Zusammenhänge von Krise und sozialen Kämpfen zu verstehen. Wir sollen Angst haben vor den Fremden, wie den billigen ChinesInnen, die uns die Jobs wegneh­men, Schuld waren an den Preissteige­rungen und auch noch alle Auto fahren wollen.

Wie sieht die Krise des chinesischen Kapitalismus aus? Welche Auswirkungen hat die Krise dort und weltweit? Wie sieht die Überwachung und Auspressung am Fließ­band aus, welche Widerstandsformen haben Arbeiterin­nen und Arbeiter entwickelt? Wie sehen Strategien der Angst (vor der Krise) und bürgerliche Krisenerklärun­gen sowie

nationalistischen Tendenzen aus? Welche Chancen entstehen in den sozia­ler Umwälzung und Kämpfen in der Krise, wie können soziale Be­wegungen aus allen Ecken der Welt vonein­ander lernen? Was kann der kapitalisti­sche Kri­sendynamik entgegen­gesetzt werden um eine so­lidarische Gesell­schaft und Gerechtigkeit zu ermöglichen? Über dies und weitere Fragen soll im Vortrag und der anschließenden Diskussi­on gesprochen werden.

 

Referent: Vertreter von gongchao.org / As­soziation A (Hrsg. von "Auf­bruch der zweiten Generation. Wander­arbeit, Gender und Klassen­zusammensetzung in China")