Nationalsozialistische Täter in/aus Trier I: Dr. Harald Turner und Paul Wipper

Ort: 
vhs Trier Am Domfreihof R 5
Datum & Uhrzeit: 
20. März 2014 - 19:00

Veranstaltungsreihe der Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. in Kooperation mit der vhs Trier, der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz:

Vortragsreihe: Nationalsozialistische Täter in/aus Trier

Zu Recht steht die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus im Zentrum des Gedenkens. In Trier halten z.B. das Gedenkbuch der Stadt („Trier vergisst nicht“), die politisch-historischen Rundgänge der AG Frieden und die 146 bislang verlegten „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig das Gedenken an die Ermordeten wach. Doch nicht nur der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Triers, Benz Botmann, hat bei seinen öffentlichen Reden immer wieder die Frage nach den Tätern gestellt. Mit dieser Vortragsreihe werden nun Menschen vorgestellt, deren Lebensweg sich mit der Stadt Trier kreuzt und die in besonderer Weise aktiv wurden in diesem „Projekt der Unmenschlichkeit“. Gefragt wird auch, wie sie zur Rechenschaft für ihre Taten gezogen wurden oder ob sie – wie Klaus Barbie, der „Schlächters von Lyon“ – auch nach dem Krieg Karriere machten.

Historische und sozialpsychologische Forschungen haben gezeigt, dass die wenigsten Täter Sadisten oder Psychopathen waren, sondern „ganz normale Männer“ (Christopher Browning). So wie der KZ-Überlebende Primo Levi es einmal formuliert hat: „Es gibt Ungeheuer, aber es sind zu wenige, als dass sie wirklich gefährlich werden könnten. Wer gefährlicher ist, das sind die normalen Menschen.“

 

Teil I: Dr. Harald Turner und Paul Wipper

Turner trat 1924 als Verwaltungsbeamter und Anfang der 1930er Jahre als SS-Sturmbannführer in Trier in Erscheinung. Als Chef der Militärverwaltung und hoher SS-Führer ging er ab 1941 mit großer Brutalität gegen Juden und „Zigeuner“ in Serbien vor.

Wipper war Aktivist der Hitler-Bewegung in Saarburg, ehe er nach Trier umzog und hier eine „Großdeutsche Buchhandlung“ betrieb. Nach seiner Ernennung zum Kreisleiter der NSDAP im Bezirk Trier-Land deckte er einen Korruptionsfall innerhalb der Nazi-Partei auf. Jahrzehnte nach dem Krieg wurde er in der Arbeitsgemeinschaft Frieden aktiv.

  • Donnerstag, 20.03., 19:00 Uhr
  • Domfreihof, R. 5 vhs Trier
  • Referenten:  Joachim Hennig (Koblenz) und  Thomas Zuche (Trier)

 

Vorschau für 23.4.:

Teil II: Klaus Barbie: Karrieren eines Gestapo-Offiziers

Der Abiturient des Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums wurde 1942 Chef der Geheimen Staatspolizei im französischen Lyon und erwarb sich bald den Ruf eines besonders grausamen Nazi-Schergen. Nach dem Krieg machte er Karriere in Bolivien und wurde für den Bundesnachrichtendienst (BND) tätig. Erst 1983 gelang seine Verhaftung und Auslieferung nach Frankreich.

Mittwoch, 23.04., 19:00 Uhr

Domfreihof, R. 5 vhs Trier

Peter Hammerschmidt (Mainz)

 

 

Die Reihe wird im 2. Semester 2014 fortgesetzt.