Lichterkette für Frieden in Syrien

Ort: 
Porta Trier zur Kaiser Wilhelm Brücke
Datum & Uhrzeit: 
20. Februar 2016 - 18:00

Hilfe statt Waffen - kein Krieg in unserem Namen!

Lichter für den Frieden

Am 20.02.2016 - überall in Deutschland! rund 60 Orte: https://de.lichter-fuer-syrien.de/mitmachen/karte/

Lichterkette über die Mosel in Trier- 100 sind gekommen!

Wir dokumentieren die PM zu den 60 Aktionen bundesweit:

Presseerklärung vom 21.2.2016

10.000 Menschen demonstrieren mit Lichtern für Frieden in Syrien

Trotz Unwetterwarnungen, heftigem Sturm und Starkregen haben am Samstag überall in Deutschland rund 10.000 Menschen gegen den Bundeswehreinsatz in Syrien und für eine friedliche Lösung des Konfliktes demonstriert.

In mehr als 60 Orten fanden verschiedenste Aktionen statt: In Freiburg nahmen beispielsweise an die 200 Menschen an einem Sternenmarsch mit Kerzen teil. Auch in kleinen Orten waren viele Menschen auf der Straße: So wurden aus Viechtach im bayrischen Wald etwa 200 Menschen gemeldet, in Meldorf waren gut 120 Menschen bei einem Lichterzug durch die Innenstadt dabei.

In einigen Orten gingen sogar weitaus mehr Menschen als erwartet auf die Straße, wie beispielsweise in Prüm: Dort hatten der Eine-Welt-Laden 20 bis 30 Menschen für eine Lichtermahnwache vor der Basilika angemeldet, es kamen dann aber mehr als fünfmal so viele.

Auch Trier lies sich ein Mitmachen am deutschlandweiten Aktionstag nicht nehmen. Gut 100 Menschen fanden sich um 18 Uhr bei der Porta Nigra zusammen, um gemeinsam in einem Lichterumzug zur Kaiser-Wilhelm-Brücke zu wandern. Dort bildeten sie eine Lichterkette über die Mosel und hängten die Worte "STOP THE WAR" in Leuchbuchstaben an der Brücke herunter. Unter den Teilnehmern befanden sich auch viele syrische Flüchtlinge.

Der Aktionstag stand unter einem Zitat von Martin Luther King: »Dunkelheit kann Dunkelheit nichtvertreiben – Nur Licht kann das. Hass kann Hass nicht vertreiben – Nur Liebe kann das.« Diesem Motto entsprechend forderten die Teilnehmer einen Ausweg aus der Gewaltspirale.

Sie sehen sich in Übereinstimmung mit der Hilfsorganisation MISEREOR, die vor kurzem in einem Positionspapier den Bundeswehreinsatz als »zweifelhaft« und »völkerrechtlich umstritten« und den »Krieg gegen den Terror« als »militärisch nicht zu gewinnen« bezeichnete. Für die Syrer ändere sich nichts, auch der Einsatz der deutschen Truppen werde die Tatsache, das Tag für Tag ein Bombenregen auf die Bevölkerung niederprassele, sogar noch verschlimmern, heißt es von Seiten der Aktionsgruppe, die die Aktion initiierte. Daher fordern die Aktivisten einen grundlegenden Politikwechsel. Ihrer Ansicht nach gäbe es eine Vielzahl von Möglichkeiten, entschlossen gegen den Terror von Assad und IS sowie die Gewalt von allen Seiten in Syrien zu handeln. Dazugehörten ein Eintrocknen der Geldquellen des IS (z. B. aus Ölgeschäften), ein Verbot sämtlicher Waffenexporte in die Region, Verstärkung der humanitären Hilfe und eine politisch-diplomatische Lösung mit allen Konfliktparteien. Krieg und Gewalt müsse die Grundlage entzogen werden, fordern sie, und das gehe erst dann, wenn die Region nicht länger nur aus geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen betrachtet werde, sondern die Menschen in den Mittelpunkt allen Handelns gestellt würden.

Initiiert und koordiniert wurde die Aktion von der Aktionsgruppe Lichter für Syrien, einer Gruppe Jugendlicher und junger Menschen aus Deutschland. Unterstützt wurden sie dabei von zahlreichen Organisationen, u.a. von Friedensinitiativen wie Ortsgruppen der Deutschen Friedensgesellschaft DFG-VK, von attac-Gruppen, von Weltläden und von Flüchtlingsinitiativen. Auch die Kooperation für den Frieden, ein Zusammenschluss von über 50 großen Nichtregierungsorganisationen, rief zu dem Aktionstag auf.

»Wir haben heute ein Signal der Hoffnung gesetzt«, so Marthe Timm, 16 Jahre, von der Aktionsgruppe. »Diese Stimmen für die Hoffnung auf Frieden können nicht länger ignoriert werden. Es sind schon genug Menschen in Syrien gestorben. Es ist Zeit, zu handeln!«

Weitere Informationen: https://www.lichter-fuer-syrien.de

Quelle des MISEREOR-Zitates: https://www.misereor.de/fileadmin/publikationen/positionspapierbundesweh...

Presseanfragen richten Sie bitte an: presse@lichter-fuer-syrien.de

 


Mädchen mit Kerze vor Gruppe von Menschen mit Kerzen

Organisationsteam: Lichter für Syrien Ortsgruppe Trier mit Unterstützung der AG Frieden Trier und weiteren Gruppen und Personen, Kontakt: Lina Kannapinn: lina *punkt* luise *ät* mailbox *punkt* org

Ablauf der Aktion

Treffpunkt: 20.02.16, 18 Uhr, Porta Nigra - Bringt Kerzen, Laternen oder am Fackeln mit! Von der Porta Nigra aus gehen wir gemeinsam zur Kaiser-Wilhelm-Brücke und stellen uns dort in einer Lichterkette über die Mosel auf. Lichterkette über die Mosel auf der Kaiser-Wilhelm-Brücke

Ausschnitte der dazugehörigen Website:

Unsere Ziele

Wir sind nicht nur »irgendwie für Frieden«, wir hängen auch keine simplen, monokausalen Erklärungen an, sondern wir haben konkrete politische Forderungen. Wer für den Frieden in Syrien sein möchte, der muss konstruktiv, zielgerichtet und konsequent handeln.

Ausstieg aus der Gewaltspirale

Bomben schaffen keinen Frieden. Im Gegenteil, Gewalt schafft leider nur allzuoft Gegengewalt. Wir fordern deshalb:

Abzug der Bundeswehr aus Syrien

Keine Unterstützung der völkerrechtswidrigen militärischen Interventionen

Eine politische Lösung als Ziel, keine militärische; die Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung sollten hierfür miteinbezogen werden.

Helfen statt bombardieren

Die Menschen in Syrien sind existentiell bedroht, durch Armut, Terror – und auch Bomben, egal ob diese von syrischen, russischen, amerikanischen oder europäischen Flugzeugen abgeworfen werden. Deshalb halten wir einen humanitären Hilfseinsatz für unverzichtbar:

Europa muss ausreichend Geld für humanitäre Hilfseinsätze bereitstellen.

Deutschland sollte diese Einsätze in Kooperation mit internationalen Hilfskräften tatkräftig unterstützen.

Ursachen beseitigen

Krieg und Terror bekämpft man am besten, indem man ihm die Grundlage entzieht. Daher setzen wir uns für folgendes ein:

Austrocknen sämtlicher Geldquellen des »Islamischen Staates« (z. B. aus Ölgeschäften)

Beendigung der Kooperation mit Saudi-Arabien

Sofortiger Stopp von Waffenexporten in die Krisenregion Naher und Mittlerer Osten sowie in menschenrechtsverletzende Staaten

Ein Wechsel in der Außenpolitik: Der Nahe und Mittlere Osten darf nicht länger nur aus strategischer Sicht (Öl) betrachtet werden – es geht vielmehr darum, den Menschen vor Ort eine Perspektive bieten zu können.

Menschenrechte verteidigen

Die westlichen Gesellschaften reagieren auf die Bedrohungen durch Terrorismus und Krieg zunehmend mit Abschottung und Einschränkungen von Bürgerrechten. Doch unsere Werte verteidigt man nicht, indem man sie abschafft! Wir beziehen deswegen klar Position:

Eine offene und tolerante Gesellschaft verteidigen, Abschottung verhindern

Wer vor Krieg und Verfolgung flieht, bedarf unseres bedingungslosen Schutzes. Deshalb darf eine weitere Asylrechtsverschärfung nicht hingenommen werden.

Grundrechte sind nicht verhandelbar! Gegen die Einschränkungen von Presse- und Versammlungsfreiheit, für eine freie Gesellschaft.

Wir setzen uns ein für eine Welt ohne Krieg, Hass und Gewalt. Wir sind überzeugt davon, dass Gewalt keine Antwort auf Gewalt sein darf. Stattdessen fordern wir ein entschlossenes, konstruktives Handeln, das die Ursachen für Terror und Krieg bekämpft und gleichzeitig Perspektiven für einen nachhaltigen Frieden schafft.

Weitere Infos: https://www.lichter-fuer-syrien.de/  u.a. zu: