"kunst zu überleben" ELWA Finissage

Ort: 
Europäische Kunstakademie
Datum & Uhrzeit: 
15. Januar 2017 - 14:00

>>kunst zu überleben<<

 

miniaturen aus eintausend siebenhundert sienbenundvierzig tagen in russischer gefangenschaft - emil waas 

 

Austellung vom 15.12.16 - 15.01.2017 in der Europäische Kunstakademie Trier, Aachener Strasse 63, Trier

 

VERNISSAGE  war am Do 15.12.2016 19.00 Uhr mit:

- Eberhard Dittus: Gegen das Vergessen – Die Gedenk-stätte für NS-Opfer in Neustadt und das Projekt Elwa 

- Regina Heilweck: Leben und Überleben - Biografische Anmerkungen zu Elwa.

FINISSAGE  ist am So 15.01.2017 14.00 Uhr mit:

- Prof. i.R. Dr. Margit Waas:  „Elwa auf der Spur – Jahrzehnte später“

 

Veranstalter:  intermedia Design Hochschule Trier, Europäische Kunstakademie, Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt und AG Frieden Trier

An der Hochschule Trier wurde in der Fachrichtung Intermedia Design eine Webseite entwickelt, die als virtuelle Ausstellung die Werke von Emil Waas von 1945 bis 1949 zugänglich macht.

Zhuoqun Wang, Marcel Heinz & Jasmin Maier
Betreuer: Adam Lorek & Marcus Haberkorn

KUNSTHANDWERK  UNTER SCHWIERIGSTEN BEDINGUNGEN
Als Gefangener war Emil Waas gezwungen, schnell zu malen, um nicht erwischt zu werden und ein Format zu wählen, das leicht versteckt werden konnte. Eine zusätzliche Schwierigkeit war die Beschaffung der Farben und Malutensilien. Als Malpapier dienten z.B. Kalenderblätter, Rapportzettel, Fetzen von Zementsäcken. Statt Pinsel und Stift benutzte er auch seine Finger oder Vogelfedern, Stöckchen, Grasbüschel und Haare. Die Farben stellte er zum Teil selbst aus Blättern, Gras, Ruß,  Kartoffelschalen und sogar Blut her. Im Moskauer Lager 7453 entstanden die meisten Miniaturbilder, denn hier hatte er auch Zugang zu Medikamenten, wie Jod, Kaliumpermanganat und Methylenblau.
Dieses Wissen um die materiellen Beschränkungen eröffnet weitere Perspektiven auf seine Arbeit und verdeutlicht seine immense Schaffenskraft.

Emil Waas war ab 1939 meist an der Ostfront und ab 1943 als Soldat in Russland eingesetzt. Kurz vor Kriegsende - im Frühjahr 1945 - kam er in russische Kriegsgefangenschaft. Fast fünf Jahre verbrachte er in verschiedenen Lagern.  In diesem Zeitraum malte er über 900 Bilder im Miniaturformat, die u.a. von Mitgefangenen bei ihrer Entlassung in Schuhen, Zigaretten- und Streichholzschachteln etc. aus den Lagern herausgeschmuggelt wurden. So hinterlässt er die „größte Kriegsgefangenenkunstsammlung der Welt und der Geschichte der Menschheit“ (Britisches Kriegsmuseum, London).
Die Miniaturenbilder zeigen nicht seine alltägliche Lebenssituation als Gefangener, vielmehr können die Motive als Spiegel seiner Seele verstanden werden; als eine Möglichkeit, seine Gefühle auszudrücken. In dem er aus seinen Erinnerungen heraus Bilder schuf, fand er in seinem tristen Alltag Sinn. Das Malen war für den Designer und Illustrator im wahrsten Sinne des Wortes eine „Kunst zu Überleben“.

ÖFFNUNGSZEITEN
Fr.     16.12.     -     So.     18.12.2016         11.00      - 17.00 Uhr
Di.    20.12.     -     Fr.       23.12.2016         11.00      - 17.00 Uhr
Di.    03.01.     -     So.     08.01.2017         11.00      - 17.00 Uhr
Di.    10.01.     -     So.     15.01.2017         11.00      - 17.00 Uhr

ZU JEDERZEIT ZUGÄNGLICH :
Die virtuelle Ausstellung auf www.emil-waas.de

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