Klaus Barbie: Karrieren eines Gestapo-Offiziers

Ort: 
vhs Trier Am Domfreihof R 5
Datum & Uhrzeit: 
23. April 2014 - 19:00

Teil II der Vortragsreihe Nationalsozialistische Täter in/aus Trier

Klaus Barbie: Karrieren eines Gestapo-Offiziers

Der Abiturient des Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums wurde 1942 Chef der Geheimen Staatspolizei im französischen Lyon und erwarb sich bald den Ruf eines besonders grausamen Nazi-Schergen. Nach dem Krieg machte er Karriere in Bolivien und wurde für den Bundesnachrichtendienst (BND) tätig. Erst 1983 gelang seine Verhaftung und Auslieferung nach Frankreich.

  • Mittwoch, 23.04., 19:00 Uhr
  •  Domfreihof, R. 5
  •  Peter Hammerschmidt (Mainz)

Hintergrund der Vortragsreihe: Nationalsozialistische Täter in/aus Trier

Zu Recht steht die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus im Zentrum des Gedenkens. In Trier halten z.B. das Gedenkbuch der Stadt („Trier vergisst nicht“), die politisch-historischen Rundgänge der AG Frieden und die 146 bislang verlegten „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig das Gedenken an die Ermordeten wach. Doch nicht nur der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Triers, Benz Botmann, hat bei seinen öffentlichen Reden immer wieder die Frage nach den Tätern gestellt. Mit dieser Vortragsreihe werden nun Menschen vorgestellt, deren Lebensweg sich mit der Stadt Trier kreuzt und die in besonderer Weise aktiv wurden in diesem „Projekt der Unmenschlichkeit“. Gefragt wird auch, wie sie zur Rechenschaft für ihre Taten gezogen wurden oder ob sie – wie Klaus Barbie, der „Schlächters von Lyon“ – auch nach dem Krieg Karriere machten.

Historische und sozialpsychologische Forschungen haben gezeigt, dass die wenigsten Täter Sadisten oder Psychopathen waren, sondern „ganz normale Männer“ (Christopher Browning). So wie der KZ-Überlebende Primo Levi es einmal formuliert hat: „Es gibt Ungeheuer, aber es sind zu wenige, als dass sie wirklich gefährlich werden könnten. Wer gefährlicher ist, das sind die normalen Menschen.“