Fluchtursachen bekämpfen - nicht Flüchtlinge, was können wir tun?

Ort: 
Tuchfabrik, kl.Saal, Wechselstr. Trier
Datum & Uhrzeit: 
20. April 2016 - 20:00

"Wir sind hier,weil unsere Länder zerstört werden"

Vortragssreihe zu Asylpolitik und Flucht­ur­sachen sowie Perspektiven für eine menschliche (Migrations)-Politik

2.  Fluchtursachen bekämpfen - nicht Flüchtlinge, was können wir tun?


DBildergebnis für Fluchtursachen bekämpfen - nicht Flüchtlinge, was können wir tun?er Vortrag thematisiert warum Menschen fliehen und wie deren Situation in den Herkunftsländern und an den Stationen ihrer Flucht aussieht. Deutschland ist mit den Auswirkungen seiner Agrar-, Außenwirts­chafts-, Handels-, Rohstoff, Energie- und Klimapolitik wie mit seinen Waffenexporten an den Fluchtursa­chen beteiligt. Keiner der gegenwärtigen Kriege und gewaltsam ausgetragenen Konflikte weltweit kann ohne massive Interessen und mehr oder weniger di­rekte Einflussnahme fremder meist westlicher Regie­rungen gedacht werden. Geostrategische, wirtschaft­liche und macht-politische Interessen spielen eine große Rolle. Ungerechte Handels­bedingungen, z.B. Land­grabbing berauben immer mehr Menschen ihrer Lebensgrundlage. Daraus resultierende Armut und Existenzgefährdung zwingen Menschen zur Flucht. FRONTEX wirkt sich fatal auf Schutzsuchende aus. Studien zei­gen wie die Entwicklung durch die EU ne­gativ beeinflusst und der soziale Zusammenhalt in Transit- und Herkunftsländern gefährdet und zerstört wird. Wie rauben Kon­flikte um Land, Wasser oder Rohstoffe in Afrika und die Folgen des von uns mit­verursachten Klimawan­dels Menschen die Lebens­grundlage? Ab­schottung und weitere Kriege als Pro­blembewältigung tragen nicht zur Lösung bei sondern sind Teil des Problems. Wie kann den Flucht und Mi­grationsursachen entgeg­engewirkt werden? Wie könnten Bedin­gungen geschaffen wer­den, die es Menschen ermög­lichen, überall an ihrem Ort in Wür­de zu leben? Wie kann eine Friedenspolitik Deutsch­lands und der EU aussehen? Was können wir tun?

Referent: Dr. Wolfgang Heinrich, freiberuflicher Berater und Trainer für politische Analyse und inter­kulturelle Konflikttransformation, bis 2015 Referat Menschenrechte und Frieden von Brot für die Welt - Evang. Entwicklungsdienst

  • am Mittwoch 20. April 2016 - um 20h

  • in der Tuchfabrik, kl. Saal, Wechselstraße 54290 Trier

Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier in Kooperation mit Heinrich Böll Stiftung RLP, der Volkshochschule Trier und Für ein buntes Trier – gemeinsam gegen Rechts.

 

Die Veranstaltung ist Teil der Kampagne „KRIEG BEGINNT HIER“ mit zahlreichen Vorträgen und Aktionen in der Region:

www.krieg-beginnt-hier.de

und weiter gehts am 3. Mai mit:

3. 'Neue Kriege' und 'zerfallende Staaten' als Fluchtursachen

Wer die aktuellen kriegerischen Konflikte weltweit und die Herkunftsländer von Flüchtlingen betrachtet stellt fest, dass der überwiegende Teil der Flüchtlinge aus Kriegsregionen fliehen: Syrien, Afghanistan, Eritrea und Irak. Wie sieht die Situation in den Herkunftsländern aus, welche Zusammenhänge bestehen besonders im Hinblick auf die deutsche Beteiligung an Militäreinsätzen in den Regionen? Welche Auswirkungen hat der sogenannte „Krieg gegen Terror“?
Wie sieht die wirtschaftliche und politische Situation in den Herkunftsländern der Flüchtlinge aus?
Mit welchen Interessen und Zielen sind westliche Staaten militärisch vor Ort aktiv? In welche dieser Staaten wurden Waffen aus Deutschland bzw. Europa und den USA exportiert - was sind Auswirkungen? Mit welchen repressiven und totalitären sowie korrupten Staaten aus den Menschen fliehen, arbeiten westliche Demokratien und Bündnisse zusammen?
Der Vortrag will Zusammenhänge und Hintergründe von Fluchtbewegungen im Hinblick auf Kriege aufzeigen sowie menschenrechtliche bzw. völkerrechtliche Perspektiven zur Überwindung von Fluchtgründen, dabei wird auch der Reformbedarf in der Sicherheits-, Asyl- und Migrationspolitik thematisiert.
Referent:  Julius Wolf, Politikwissenschaftler, Autor der Wochenzeitung freitag, aktiv im borderline europe Berlin und Netzwerk Asyl Rendsburg
Di 3. Mai 2016 - um 20h – Volkshochschule Am Domfreihof Trier