Demo 'FÜR die Rückkehr der Familie Memedov! GEGEN Abschiebungen!

Ort: 
Porta Nigra Trier
Datum & Uhrzeit: 
11. Juni 2017 - 14:00

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Aufruf zu Kundgebung und Demonstration:

FÜR die Rückkehr der Familie Memedov - GEGEN Abschiebungen!
Faces of Deportation - No One More
     
Sonntag 14:00 Uhr Porta Nigra In Trier 

Wir alle engagieren uns in der Solidaritätsarbeit für Geflüchtete. Heute geht es um die Familie Memedov, die seit Jahren ehrenamtlich unsere Arbeit unterstützte und anderen Geflüchteten half, wo sie nur konnte. Die Familie war hier seit langem zuhause und führte ein reges, soziales Leben. Die Arbeitsstelle des Vaters sowie der Schulbesuch der Kinder waren gesichert.

Wie alle Geflüchteten flohen auch sie nicht grundlos!
Der mazedonische Unteroffizier Fatmir Memedov, spezialisiert auf UN-Antiterroreinsätze und Personenschutz, wurde aufgrund seiner politischen Einstellung in seiner Heimatstadt vor den Augen seiner Tochter verprügelt, gefesselt und inhaftiert.
Über ein Jahr lang versuchte er gegen die fortwährende Bedrohung, Diskriminierung und Schikane mit den Mitteln des Rechtsstaates vorzugehen. Die Repressalien brachten die Roma-Familie an den Rand der Verzweiflung, sie entschlossen sich zur Flucht.
Die Klage gegen die mazedonischen Behörden geht in Kürze vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Trotzdem gibt unser Staat der Familie kein Schutz auf Basis von § 16a GG und der Genfer Konvention!
Vor Wochen hatte Fatmir Memedov seinen Anspruch auf eine Ausbildungsduldung (§60 a) geltend gemacht. Er hatte einen von der IHK eingetragenen Ausbildungsplatz, aber der Antrag auf Erteilung der Ausbildungsduldung und auf Akteneinsicht an die Ausländerbehörden Kreis Trier-Saarburg ist bis jetzt nicht offiziell beantwortet worden.
Stattdessen wurde die Familie Memedov mit 3 Kindern im Alter von 6, 11 und 13 Jahren am 19.05.2017 unangekündigt und mitten in der Nacht um 03:30 Uhr aus ihrer Wohnung in Saarburg nach Mazedonien auf rücksichtslose Weise abgeschoben. Die Abschiebung fand ohne Rücksicht auf Flucht- und Duldungsgründe statt, Mazedonien gilt zynischerweise als „sicheres Herkunftsland“. Nicht für Fatmir Memedov und seine Familie, ihnen drohen dort nun erneut Verfolgung, Haft und Gewalt.

Die Memedovs sind kein trauriger Einzelfall. Wie ihnen ergeht es Tausenden. Auch andere Familien in unserer Region sind von Abschiebung bedroht. In den letzten Jahren wurde das Asylrecht immer weiter verschärft, um rechte Stimmungsmache zu bedienen. Statt Grundrechte zu wahren, wird Behördenwillkür betrieben. Aber ein Asylantrag ist kein Lottoschein – es geht um Menschenleben! Dennoch nehmen die Abschiebungen zu, selbst nach Afghanistan. Aus weiten Teilen der Bevölkerung kommt echte Solidarität. Die Regierung dagegen zeigt, dass sie Menschenrechte, Geflüchtete und ihre Unterstützer*innen fallen lässt, sobald es politisch günstig scheint.
Es ist an der Zeit, dass alle helfen, dass alle, die sich der Menschlichkeit verpflichtet fühlen, endlich aufstehen und sagen: ES REICHT!
Wir wollen nicht länger ohnmächtig dabei zusehen, wie Kolleg*innen, Mitschüler*innen und Familien voneinander getrennt werden, wie unsere Freund*innen und Liebsten bei Nacht und Nebel außer Landes geschleppt werden.

WIR FORDERN:
- die sofortige Rückkehr der Familie Memedov, eine erneute Prüfung der Asylgründe und die Wiederaufnahme des Asylverfahrens. BRINGT SIE ZURÜCK!
- das Ende der inhumanen Praxis unangekündigter Nachtabschiebungen. Das ist brutal, traumatisierend und unzumutbar. DAS MUSS AUFHÖREN!
- die Rücknahme der Asylrechtsverschärfungen. Schluss mit Abschottung und Abschiebungen! Verwirklichung des Rechtes auf Reise- und Niederlassungsfreiheit!
KEIN MENSCH IST ILLEGAL!

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