Bericht zu Mobil gegen Rechts 2009

Mobil gegen Rechts

 

20 Veranstaltungen der AG Frieden gegen Rechtsextremismus in 2009 – Angebot auch 2010

„Ausländer nehmen unsere Arbeitsplätze weg!“ „Wir brauchen heute einen kleinen Hitler!“ - Rechtsextreme Einstellungen wie Ausländerfeindlichkeit und anti-demokratische Vorstellungen sind in Deutschland keine Ausnahmeerscheinung, so auch nicht in Trier. Wo rechtsextreme Parteienpropaganda an verbreiteten Meinungen anknüpfen kann, zeigte schon 2006 die Studie „Vom Rand zur Mitte“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Dass Vielfalt, Toleranz und Demokratie eines ständigen Engagements bedarf, unterstreicht das Programm „Vielfalt tut gut“, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Und der Einzug der NPD in den Stadtrat zeigt, dass dieses Engagement in Trier mehr gefragt ist denn je. Vor diesem Hintergrund führte die Arbeitsgemeinschaft Frieden e. V. in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung im Rahmen von „Vielfalt tut gut“ 2009 das Projekt „Mobil gegen Rechts – Bildungsangebot gegen Rechtsextremismus und für Demokratie“ durch.

Wie erkenne ich Rechtsextreme? Welche rechtsextremen Symbole, Codes und Bekleidungsmarken gibt es? Und was kennzeichnet rechtsextreme Musik? Wie kann ich gegen rechtsextreme und alltagsrassistische Parolen und Sprüche argumentieren? Was können wir gegen Rechtsextremismus insgesamt tun? Diese und viele andere Fragen bewegten die insgesamt über 400 Teilnehmer/innen in 20 durchgeführten Veranstaltungen. Schüler/innen, engagierte Jugendliche in Jugendräumen, eine Ausbildungsgruppe des RWE und Multiplikator/innen beispielsweise aus der Sozialarbeit oder der Kommunalverwaltung bekamen so einen Einblick in die rechtsextreme Parteien- und Jugendszene. Gemeinsam wurden deren ideologischen Hintergründe beleuchtet und die davon ausgehenden Gefahren und Handlungsmöglichkeiten diskutiert.

Die Resonanz auf das Projekt war insgesamt sehr positiv und das Seminarangebot wurde über die Grenzen von Vielfalt tut gut hinaus wahrgenommen. So fand beispielsweise für das pädagogische Personal der Jugendstrafanstalt in Wittlich mit freundlicher Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung ein Argumentationstraining gegen rechtsextreme Parolen statt. .

Die Erfahrungen im Projekt haben gezeigt, dass die in allen Altersgruppen verbreiteten Alltagsrassismen und Ungleichwertigkeitsdiskurse argumentativ, wohlwollend-konfrontativ und erfahrungsbasiert angegangen werden müssen. Ein Bildungsangebot wie Mobil gegen Rechts kann nur ein Baustein von vielen verschiedenen Maßnahmen sein, die auch die strukturelle Ebene erreichen müssen. Jedoch gilt es auch im Kleinen und im Alltag die Fahne hochzuhalten für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.

Die Arbeitsgemeinschaft Frieden e. V. hält das Bildungsangebot weiterhin aufrecht. Weiterhin werden die antifaschistischen Stadtrundgänge „Trier in der NS-Zeit“ und „Stolpersteine erzählen“ für Schulklassen und Gruppen angeboten. In diesem Jahr wird ein weiteres von Vielfalt tut gut gefördertes Projekt das bestehende Seminarangebot der Arbeitsgemeinschaft Frieden e. V. mit dem Thema „Zivilcourage“ bereichern. Der öffentliche Auftakt des Projektes „Yes you can – Zivilcourage in Trier“ ist am 24. April in der Tuchfabrik Trier.