Ausstellung Die Gestapo in Luxemburg bis 15.4. an der Uni

Ort: 
Universitätsbibliothek Trier
Datum & Uhrzeit: 
15. Februar 2017 - 18:15

Ausstellung „Die Gestapo in Luxemburg - Terror, Verwaltung, Überwachung, Unterdrückung“ zum Gedenktag für Naziopfer 27.1.

 

am Do. 12.01.17 um 19 Uhr fand in der VHS eine erste Eröffnung mit Honorarkonsul Klaus Jensen und OB Wolfram Leibe (Domfreihof Trier)  sowie Dr. Grotum statt.

Ausstellungszeiten: 12.1. - 10.2.2017 in der VHS Trier (Öffnungszeiten im Foyer der vhs/Stadtbibliothek Trier, Domfreihof 1b: Mo. bis Fr.: 8.30 bis 19.00 Uhr, Sa.: 9.00 bis 14.00 Uhr, So./ Feiertag geschlossen) und ab 15.2.2017 bis 15.4.2o17 in der Universitätsbibliothek Trier

Bei der Ausstellungseröffnung am 15.02.2017 um 18:15 Uhr an der Universität Trier wird Dr. Thomas Grotum (Neuere und Neueste Geschichte, Universität Trier) in einem Vortrag in die Materie einführen.

Über die NS-Herrschaft im okkupierten Luxemburg während des Zweiten Weltkriegs ist in Deutschland immer noch viel zu wenig bekannt. Eine Ausstellung, die vom 15. Februar bis zum 15. April 2017 in der Universitätsbibliothek Trier zu sehen ist, gibt nun Einblick in einen besonders erschreckenden Aspekt dieser Periode: Unter dem Titel "Gestapo-Terror in Luxemburg – Verwaltung, Überwachung, Unterdrückung" macht sie deutlich, wie der Unterdrückungs- und Bespitzelungsapparat der Nationalsozialisten im annektierten Großherzogtum funktionierte.

Anhand von Schautafeln wird die Gestapo als Werkzeug dieses Regimes beschrieben; ihr Aufbau und Wirken, ihre Beamten und Helfer – darunter auch Luxemburger Kollaborateure – und vor allem ihre Opfergruppen werden ebenso beleuchtet wie Einzelbiographien auf Täter- und Opferseite.

Die Wanderausstellung wurde erarbeitet vom Musée national de la Résistance Esch-sur-Alzette (Luxemburg) in Kooperation mit der Universität Trier, dem Centre de documentation et de recherche sur la Résistance Luxembourg und dem Verein NS-Familien-Geschichte: hinterfragen – erforschen – aufklären e.V. Ergänzt wird sie durch Bücher zum Thema aus dem Bestand der Universitätsbibliothek Trier.

Weitere Termine des Rahmenprogramm waren am Do. 19.01.17 um 18 Uhr der Vortrag von Katrin Raabe "Der Wahrheit auf der Spur - Mein Großonkel war bei der Gestapo" und am Fr. 27.01.17 um 16.30h: ein Rundgang gegen das Vergessen zum Gedenk­tag für Naziopfer. Treffpunkt der thematischen Führung „Luxemburg unterm Hakenkreuz": Karl-Marx-Haus, Brückenstr. 10 in Trier.

Veranstalter von Ausstellung und Rahmenprogramm : AGF, ESG, KHG und VHS Trier.

 

Zum Vortrag "Der Wahrheit auf der Spur - Mein Großonkel war bei der Gestapo"

Frau Raabe ist im Rahmen einer Recherche zur NS-Vergangenheit in der eigenen Familie auf die Gestapo-Vergangenheit Ihres Großonkels Friedrich Schmidt und dessen Einsatz in Esch und Luxemburg gestoßen ist. Er war ab 1942 in Luxemburg für die Verfolgung der Widerstands­bewegungen zuständig, gehörte dem Vernehmungskommando im SS-Sonder­lager / KZ Hinzert an und war im September 1944 an der Erschießung von Widerstandskämpfern Katrins Großonkel war in Luxemburg für Verhöre, Folterungen, Deportationen und Morde verantwortlich und wird in der Ausstellung exemplarisch als Täter dargestellt. Ihr Vortrag wird sowohl die Taten ihres Familienangehörigen während des 2. Welt­krieges, als auch die Schwierigkeiten mit der Aufarbeitung der Vergangenheit und der Schuld thematisieren.

Zur Ausstellung „Die Gestapo in Luxemburg“

„Die Gestapo in Luxemburg“Die Ausstellung „Die Gestapo in Luxemburg“ zeigt auf, wie der Unterdrückungs- und  Bespitzelungs- apparat der Nazis in Luxemburg funktionierte. Die Gestapo wird hierbei als Werkzeug dieses Regimes beschrieben; ihr Aufbau und Wirken, ihre Helfer – darunter auch Luxemburger Kollaborateure – und Beamte und vor Allem ihre Opfergruppen werden ebenso beleuchtet wie Einzelbiographien auf Täter- und Opferseite. Anhand von Schautafeln, Ausstellungsobjekten, Dokumenten und Nachbauten werden so Wirken und Wesen der „Geheimen Staatspolizei“ dem Publikum erläutert. Aufgabe der Gestapo war es „alle staatsgefährlichen Bestrebungen im gesamten Staatsgebiet zu erforschen und zu bekämpfen, das Ergebnis der Erhebungen zu sammeln und auszuwerten, die Staatsregierung zu unterrichten und die übrigen Behörden über für sie wichtige Feststellungen auf dem Laufenden zu halten und mit Anregungen zu versehen.“ In Luxemburg wurde dieses Gesetz offiziell erst am 2. Juni 1941 rückwirkend zum 2. August 1940 eingeführt.

Historischer Kontext und Trier-Bezüge

Am 10. Mai 1940 überfällt die Wehrmacht Luxemburg. Bis zum Amtsantritt von Gustav Simon, dem Chef der Zivilverwaltung, wird das Land unter deutsche Militärverwaltung gestellt. Werden in diesen ersten Wochen der Besatzung bereits einige Vertreter des SD und der Gestapo bei der Militärverwaltung vorstellig, so ist ihr Einfluss in diesen ersten Monaten der Besatzung recht klein.

„Waren die uniformierten deutschen Polizeibeamten schon recht gefürchtet, so war die Angst, die die Luxem­burger vor der Geheimen Staatspolizei hatten, um ein mehr­faches größer.“

Anfang August 1940 trifft mit Gauleiter Simon auch das Einsatzkommando der Sicherheitspolizei und des SD, zusammengesetzt aus den Abteilungen Geheime Staatspolizei, Kriminalpolizei und SD, in Luxemburg ein. Der Leiter der Staatspolizeistelle Trier nimmt alsbald in Personalunion den Posten des Leiters des Einsatzkommandos in Luxemburg wahr. Am 21. August wird dann das deutsche politische Strafrecht eingeführt. Die Gestapo hat ihren Sitz in der Villa Pauly (Luxemburg-Stadt), Außenstellen unterhält sie in Esch-Alzette (Villa Seligmann) und in Diekirch (Villa Conter).

„Die Gestapo in Luxemburg“Eine Ausstellung des Musée national de la Résistance in Esch-sur-Alzette, der Universität Trier, des Centre de Documentation et de la Recherche sur la Résistance (Luxemburg), unter besonderer Hilfestellung von Jill Steinmetz, Kathrin Raabe und Roland Laich. Ausstellungskatalog (deutsch/französisch) 2015: „Gestapo-Terror in Luxemburg. Verwaltung, Über­wachung, Unter­drückung“ Op der Lay 816, 140 S.,  ISBN 978-2-87967-209-0

Die Ausstellung basiert auf der Initiative von Katrin Raabe

Frau Raabe ist im Rahmen einer Recherche zur NS-Vergangenheit in der eigenen Familie auf die Gestapo-Vergangenheit Ihres Großonkels Friedrich Schmidt und dessen Einsatz in Esch und Luxemburg gestoßen ist. Er war ab 1942 in Luxemburg für die Verfolgung der Widerstands­bewegungen zuständig, gehörte dem Vernehmungskommando im SS-Sonder­lager / KZ Hinzert an und war im September 1944 an der Erschießung von Widerstandskämpfern Katrins Großonkel war in Luxemburg für Verhöre, Folterungen, Deportationen und Morde verantwortlich und wird in der Ausstellung exemplarisch als Täter dargestellt. Ihr Vortrag wird sowohl die Taten ihres Familienangehörigen während des 2. Welt­krieges, als auch die Schwierigkeiten mit der Aufarbeitung der Vergangenheit und der Schuld thematisieren.