Alternativen zur Bundeswehr – Zivile Konfliktbearbeitung statt Kriegseinsätze

Ort: 
FUZ
Datum & Uhrzeit: 
15. Mai 2017 - 20:00

3. Alternativen zur Bundeswehr – Zivile Konfliktbearbeitung statt Kriegseinsätze

Referentin: Dr. Christine Schweitzer (Hamburg, u.a. aktiv im Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung, Bund für Soziale Verteidigung und War Resisters International)

Veranstalter: AGF in Kooperation mit Heinrich-Böll-Stiftung RLP + DFG-VK Trier im Rahmen der Kampagne

Gewaltfreie Konfliktbearbeitung als Chance

Die Friedensbewegung wird oft gefragt wie denn die proklamierten gewaltfreien Alternativen zu militärischen Interventionen und zur Bundeswehr aussehen und ob es auch realistische Antworten und Strategien gebe. Konkret wird nach Antworten auf Kriege wie in Syrien, Irak oder den „Islamischen Staat“ und Terrorismus gesucht. Im Vortrag wird das Konzept der Ziviler Konfliktbearbeitung und seine Instrumente vorgestellt. Anhand von aktuellen Konfliktbeispielen werden Möglichkeiten und Chancen der gewaltfreien, nichtmilitärischen Bearbeitung von Konflikten erläutert. Mit zivilgesellschaftliches Engagement in Krisenregionen wird schon jetzt an vielen Orten durch Prävention und Aufbau von Zivilgesellschaft sowie Entwicklungszusammenarbeit gezeigt, dass es Alternativen zur Gewalt gibt.

Lösungssuche und Prävention

Zivile Konfliktbearbeitung (ZKB) ist kein einzelnes Instrument, sondern umfasst eine große Bandbreite an Aufgaben, Herangehensweisen und einzelnen Werkzeugen. Zu ihr gehören die Suche nach Möglichkeiten, den Konflikt beizulegen („Peacemaking“, z.B. durch Verhandlungen),  das Bemühen und die Eindämmung und Verhinderung von Gewalt und und die Wiederherstellung von Sicherheit („Peacekeeping“). Und als drittes müssen die eigentlichen Ursachen und die Folgen des gewaltsamen Konfliktes bearbeitet werden, was gleichzeitig auch Prävention neuer gewaltsamer Konflikte ist („Peacebuilding“ / „Friedenskonsolidierung“). Bei allen drei Ansätzen sollen die Konfliktparteien aktiv in die Suche nach angemesseneren Lösungen einbezogen werden.

Möglichkeiten und Grenzen

Ist ZKB ein Allheilmittel und eine utopische Leerformel? Was sind Möglichkeiten und Grenzen des Konzepts? Wer sind die beteiligte Organisationen, die mit nicht-militärischen Mitteln arbeiten? Welche Rolle spielen Friedensfachkräfte, z.B. im Zivilen Friedensdienst oder beim zivilen Peacekeeping? Was ist die Kritik am„zivil-militärischen“ Bundeswehrkonzept der „vernetzten Sicherheit“? Wie kann militärischer Konfliktaustrag zurückgedrängt und zivile Konfliktbearbeitung vorangetrieben und unter-stützt werden, was sind politische Hindernisse, z.B. durch Rüstungsindustrie und Militärlobby? Was können wir tun?