Jetzt aber Schluss - Holt die Truppen raus aus Afghanistan!
Afghanistan, den 27. Dezember 2009

Jetzt aber Schluss - Holt die Truppen raus!

Jeden Tag erfahren wir mehr Details über das Massaker von Kundus und die anschließende Irreführung der Öffentlichkeit auch durch den neu amtierenden Verteidigungsminister zu Guttenberg. Darüber gerät fast in Vergessenheit, dass die Bundesregierung im Gefolge des US-Präsidenten auch noch eine Erweiterung des Kriegseinsatzes plant.

Bestätigt werden inzwischen die ersten Einschätzungen aus der Friedensbewegung vom September: Bei Kundus geschah ein Kriegsverbrechen, bei dem vom deutschen Kommandeur bewusst die Liquidation einer Menschenmenge aus Aufständischen und Zivilisten angeordnet wurde - der Bundeswehreinsatz in Afghanistan schreckt vor Massenmord nicht zurück.

Die Bundesregierung inclusive der Kanzlerin gerät zu Recht in Bedrängnis. Noch immer hat sie die Affäre nicht zur Chefsache gemacht. Verteidigungsminister zu Guttenberg ist nach seinen Lügen/Unwahrheiten zum Kundus-Massaker (Wann wusste wer was? Wieso war trotz seines umfangreichen Kenntnisstandes die Bombardierung noch Anfang November angemessen und später nicht mehr?) wohl nicht mehr zu halten. Die Abgeordneten müssen sich fragen lassen, ob sie die Verlängerung des Afghanistan-Mandats Anfang Dezember 2009 unter falschen Voraussetzungen beschlossen haben und der Beschluss zu revidieren ist.

Der für das Massaker verantwortliche Oberst Klein benutzte in seinem eigenen Bericht vom September bereits die freimütige und widerwärtige Formulierung, er habe mit dem Befehl Aufständische "vernichten" wollen. Das ist die Sprache von Hitlers Wehrmacht. Bekannt ist jetzt auch, dass schon am 4. September Absprachen zur Vertuschung und Irreführung der Öffentlichkeit gab, an denen neben Oberst Klein auch dessen Vorgesetzter Brigadegeneral Vollmer beteiligt war. Bis heute beteuert der Verteidigungsminister, Oberst Klein "nicht fallenlassen" zu wollen.

Eine Anklage wegen Verbrechen gegen das Kriegsvölkerrecht muss wohl auch die Berater von Oberst Klein im Befehlsstand der "Task Force 47" betreffen, darunter mindestens ein Mitglied des geheim operierenden "Kommando Spezialkräfte", die ihrerseits den Kommandeur offenbar zu der verhängnisvollen Entscheidung bedrängt oder ermuntert haben. Das Ermittlungsverfahren und die Prüfung, ob das Kriegsvölkerrecht zur Anwendung kommt, liegt bei der Bundesanwaltschaft.

Die Bundesregierung hat inzwischen in einer wenig beachteten Routine-Pressekonferenz des Regierungssprechers den Afghanistankrieg offiziell als "innerstaatlichen bewaffneten Konflikt" (also Bürgerkrieg) neu definiert. Eine Anklage wegen Kriegsverbrechen setzt dann nach verschiedenen Rechtsmeinungen den Vorsatz zur Tötung von Zivilisten voraus. Das soll anscheinend als Schlupfloch für Oberst Klein benutzt werden. Eine Verurteilung wegen des Kriegsverbrechens würde den gesamten Afghanistaneinsatz massiv in Frage stellen.

Die Bundesanwaltschaft ist der Bundesregierung weisungsgebunden. So wird die Causa eine Bewährungsprobe für die ansonsten tapfere Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger. Sollte das Kriegsverbrechen in der Bundesrepublik nicht zur Anklage kommen ist allerdings der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag zuständig.

Der Untersuchungsausschuss wird sich ein Jahr lang mit Massaker und Vertuschung beschäftigen. Zeit genug, dass das Interesse der Öffentlichkeit nachlässt. U.a. müsste es darum gehen, ob schon zu Zeiten der Großen Koalition im Kabinett die Verschärfung der Einsätze zu gezielten Liquidationen feindlicher Taliban gewollt wurde. Mit der Änderung der "Taschenkarte" für das Bundeswehrkontingent im Juli 2009 wurden "präventive" Kampfhandlungen damals abgesegnet. Das betrifft dann wohl auch die damaligen Minister der SPD in der Großen Koalition.

Die Friedensbewegung hat alle Chancen, Druck zur Beendigung des Kriegseinsatzes zu machen. Dazu werden neue Anstrengungen erforderlich. Als erstes gilt es, die nach der Afghanistankonferenz Ende Januar in London von der Bundesregierung geplante nochmalige Aufstockung des Bundeswehrkontingents um zwei Bataillone zu verhindern. Mit einer neuen Petition an den Bundestag werden sich zahlreiche Organisationen im Rahmen einer Kampagne gegen den Afghanistankrieg Anfang 2010 für die Beendigung des Einsatzes einsetzen.

Zusammen mit der Friedensbewegung in den USA werden wir uns gegen die bei der Nobelpreisverleihung von US-Präsident Obama aufgewärmte Lehre vom gerechten Krieg und die Aufstockung der US- und Nato-Truppen engagieren. Als Kriegsherr hat Obama keine Chance - seine Rede in Kairo zu einem besseren Verhältnis und Kooperation mit der islamischen Welt war weitaus konstruktiver - nur Taten in diesem Sinn müssen folgen.

Weitere Infos unter  www.friedenskooperative.de   www.imi-online.de

Stellenausschreibung Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
Trier, den 3. Februar 2010

 

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Freiwilliges Ökologisches Jahr im Friedens- und Umweltzentrum Trier!

Neue FÖJler, FÖJlerin gesucht!!!


Die BUND KG Trier-Saarburg bietet in Kooperation mit dem Weltladen der AG Frieden in Trier die Möglichkeit ab 1. August 2010 ein Freiwilliges Ökologisches Bildungsjahr (FÖJ) im Bereich Umwelt-/Naturschutz, Umweltbildung und Fairer Handel zu absolvieren.
 
Bewerbungsschluss ist der 15. Mai. Die detaillierte Stellenausschreibung finden Sie unter: www.vorort.bund.net/trier-saarburg/
Alle weiteren Informationen zum FÖJ in Rheinland-Pfalz (Anforderungen, Bewerbungsverfahren etc.) finden Sie unter: www.foej-rlp.de
Ansprechpartner:
Hermann Anell u. Markus Pflüger, AG Frieden, buero@agf-trier.de, Tel: 0651/9941017
Andrea Kockler, BUND, andrea.kockler@bund-rlp.de, Tel: 065148455
 
Wir freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen!  Bitte Interessierten weitersagen.

 

Antinazidemo in Dresden, Londoner Afghanistankonferenz, Hilfe für Haiti, Münchener Sicherheitskonferenz
Dresden, München, Haiti, Afghanistan, den 11. Februar 2010

 

Antinazidemo in Dresden:

Am Samstag, den 13. Februar finden in Dresden zahlreiche Gegenaktionen zum Naziaufmarsch statt, denen unsere Solidarität gilt und an denen hoffentlich viele Menschen aus ganz Deutschland und auch aus vielen europäischen Ländern teilnehmen werden. Die Website des Bündnisses war von der Staatsanwaltschaft gesperrt worden. Die jetzt gültige Adresse ist deshalb: www.dresden-nazifrei.com
 
Update: Es gab eine erfolgreiche Blockade - Informationen dazu ebenfalls auf dieser Seite.

 

Truppen raus aus Afghanistan:

- IMI-Analyse zur Londoner Afghanistan-Konferenz (mit Erhöhung derdeutschen Kriegsbeteiligung)

http://www.imi-online.de/2010.php?id=2073

- Truppen raus aus Afghanistan! Unter dem Motto "Kein Soldat mehr" demonstriert die Friedensbewegung am 20. Februar in Berlin, Bebelplatz um 13:00 Uhr, gegen die Truppenaufstockung der Bundeswehr für den Krieg in Afghanistan: http://www.afghanistandemo.de

- 7. Strategiekonferenz der Kooperation für den Frieden "Militarisierung nach außen und innen": Vom Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan bis zur zivil-militärischen Zusammenarbeit in Deutschland, 12.-13.2. Heidelberg:

www.koop-frieden.de/konferenzen/2010/stratkonf

 

Haiti Analysen und Hilfsangebote:

- "Die Rekolonisierung Haitis" - Wie der Westen die durch das Erdbeben ausgelöste Katastrophe nutzt, um in dem Karibikstaat die Kontrolle zu übernehmen http://www.imi-online.de/2010.php?id=2075

- "Eindimensionales Sicherheitsdenken in Haiti" oder: Die bejubelte Invasion http://www.imi-online.de/2010.php?id=2071

- Eine Empfehlung von attac: "Hilfe für Haiti! Jetzt für den selbstorganisierten Aufbau vor Ort spenden" Petition: http://www.attac.de/news/3673 ila-Dossier: http://www.ila-web.de/ Haiti-Aufruf medico international http://is.gd/7CTB2

- "Friends for Haiti" Benefiz-Konzert zugunsten "Ärzte ohne Grenzen" 19. Februar Arena Trier Veranstalter ist die Trierer Nothilfe: http://www.16vor.de/index.php/2010/02/02/friends-for-haiti-in-der-arena/

 

Analyse der wichtigsten Ergebnisse der Münchner Sicherheitskonferenz vom vergangenen Wochenende.

"Alle Jahre wieder: Säbelrasseln auf der Münchner Sicherheitskonferenz" http://www.imi-online.de/2010.php?id=2074

Dies und noch viel mehr, siehe www.imi-online.de

 

Nein zur Kommandozentrale der Raktenabwehr in Ramstein
Trier, den 8. Februar 2012

 

Nein zur Kommandozentrale der Raktenabwehr in Ramstein

 

Presseerklärung der Friedensinitiative Westpfalz zur geplanten Stationierung der Kommandozentrale des Raketenabwehrprogramms der NATO auf der Air Base Ramstein:

Die Kommandozentrale des geplanten Raketenabwehrschirms der NATO in Europa soll auf der Air Base Ramstein stationiert werden. Als Nachbarn des Flugplatzes nehmen wir dazu wie folgt Stellung: Die Errichtung des Raketenabwehrschutzschilds bringt nicht mehr, sondern weniger Frieden denn internationale Konflikte sind mit militärischen Mitteln nicht zu lösen; das ergibt sich klar aus den Kriegen der letzten 50 Jahre von Vietnam bis Afghanistan.

  • in unserer Welt gibt es Millionen von Menschen, die unter Hunger oder anderen großen materiellen Nöten leiden; der Schutzschild wird Milliarden verschlingen und darum in jedem Fall dazu beitragen, dass weitere Millionen Menschen umkommen, denen mit diesen Mitteln hätte geholfen werden können.
  • der Schild soll Sicherheit schaffen; wir haben aus Erfahrung kein Vertrauen mehr in angeblich sichere technische Einrichtungen; sicher ist aber, dass sich in unserer Region durch die Stationierung der Kommandozentrale das Risiko eines Terroranschlags erhöht.
  • die Planung des Schutzschildes wird den radikalen Kräften im Mittleren Osten Auftrieb verschaffen, die ihrerseits bereit sind, militärische Gewalt einzusetzen.
  • die NATO hat diesbezüglich Kontakt mit Russland aufgenommen. Das Projekt Schutzschild stößt dort auf Misstrauen und verringert über 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges die Chance auf eine vertrauensvolle Ost-West-Zusammenarbeit.

Für uns ist aus den genannten Gründen klar, dass mit dem „Schutz“-Schild im Nahen und Mittleren Osten die Aussichten auf eine Verständigung in Frieden verringert werden. Mit dem Säbelrasseln muss endlich Schluss sein! Von der Air Base Ramstein aus darf kein weiterer Krieg unterstützt werden! Die Friedensinitiative Westpfalz wird sich mit gewaltfreien Mitteln dagegen wehren! Deutschland muss auf der Einsicht beharren: Nie wieder Krieg! Kaiserslautern, 08.02.2012 Friedensinitiative Westpfalz e.V. Wasserlochstücke 13, 67661 Kaiserslautern

 

Ergänzung der AG Frieden Trier:

Es handelt sich um eine neue teure hochtechnisierte Aufrüstung und erinnert an das Denken des Kalten Krieges - zudem kommt es passend zum Säbelrasseln gegen den Iran, der damit als Gefahr für EUropa dämonisiert wird. Hinzukommt: Die Atomwaffen in Büchel sollen modernisiert werden, damit sie einsatz­fähiger werden („weniger Kollateralschäden“) - das gehört direkt als militärische Ergänzung zum Raketenschild dazu.
Klar sind Raketenabwehrsysteme Angriffswaffen, da sie die Abschreckung unter­minieren und damit die Kostenschwelle für einen Angriff herabsetzen.
Außerdem hat die NATO bislang russische Vorschläge, mit denen Moskaus Sorge, im Kern gehe das Ganze mehr um seine Zweitschlagfähigkeit als um den Iran, stets ablehnte. Russland sieht sich deshalb zur "Modernisierung" sprich Aufrüstung seines Atomwaffenarsenals gezwungen. Das Raketnschild befördert eine neue Rüstungsspirale – zudem werden die Kosten auch weit höher als angegeben wird. Trier, 13.02.2011 ww.agf-trier.de

 

Hintergundinformationen:

 

Russland Gegenmaßnahmen
http://www.berlinerumschau.com/news.php?id=40217&title=Ru%EF%BF%BDland%3A+Unangek%EF%BF%BDndigte+Antwort+auf+US-Raketenschild&storyid=1001325243326#.Tv2tT6-rAJ8.email
http://www.fas.org/sgp/crs/row/R41549.pdf

Hintergrundartikel:
http://www.sueddeutsche.de/politik/raketenabwehr-nato-raketenschild-kommt-nach-ramstein-1.1273875

Welche Folgen hat die Errichtung der Kommandozentrale für den "NATO-Raketenabwehrschild" auf der US-Air Base Ramstein in der Westpfalz für die Sicherheit Europas?
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_12/LP03512_040212.pdf